Abkürzungen & Scoring

ATG – Ass to Grass

ATG steht für „Ass to Grass“ und bezeichnet umgangssprachlich eine sehr tiefe Kniebeuge. Dabei senkst Du die Hüfte deutlich unter Kniehöhe ab. Der Begriff beschreibt vor allem die erreichte Tiefe und ist kein eigenständiger offizieller Bewegungsstandard.

Wann ist ATG technisch sinnvoll?

Eine sehr tiefe Kniebeuge kann sinnvoll sein, wenn Du die Position kontrolliert erreichst und dabei eine stabile Fuß-, Knie- und Rumpfposition beibehältst. Im Functional Fitness spielt Kniebeugentiefe unter anderem bei Air Squats, Front Squats und Overhead Squats eine Rolle.

Entscheidend ist nicht, möglichst tief zu kommen, sondern die Tiefe sauber zu kontrollieren. Deine Füße sollten stabil am Boden bleiben, die Knie der Fußrichtung folgen und der Rumpf ausreichend Spannung behalten.

ATG und Workout-Standards

In Workouts oder Wettkämpfen kann eine bestimmte Mindesttiefe für Kniebeugen vorgeschrieben sein. Diese Bewegungsanforderung ist jedoch nicht automatisch mit ATG gleichzusetzen. Häufig gilt eine Wiederholung bereits dann als gültig, wenn die vorgegebene Mindesttiefe erreicht und die geforderte Endposition eingehalten wird.

ATG beschreibt dagegen meist eine bewusst tiefere Kniebeuge. Mehr Bewegungsumfang ist deshalb nicht automatisch besser: Technik, Kontrolle und der konkrete Trainingsstandard haben Vorrang.

Mobilität als limitierender Faktor

Wenn Du eine sehr tiefe Kniebeuge nicht ohne Ausweichbewegungen erreichst, können unter anderem Sprunggelenks-, Hüft- oder Rumpfbeweglichkeit eine Rolle spielen. Typische Anzeichen sind abhebende Fersen, ein deutlicher Verlust der Rumpfposition oder eine Knieposition, die sich unter Belastung nicht mehr kontrollieren lässt.

Arbeite zunächst in einer Tiefe, die Du stabil und kontrolliert beherrschst. Anpassungen wie eine geringere Last oder eine leicht erhöhte Fersenposition können im Training sinnvoll sein, sollten aber nicht dazu dienen, eine Tiefe zu erzwingen, die Du aktuell nicht sicher kontrollieren kannst.

ATG ist kein Qualitätsmerkmal für sich. Die passende Kniebeugentiefe ist die tiefste Position, die Du kontrolliert, stabil und passend zum Trainingsziel ausführen kannst.

Häufige Fehler bei sehr tiefen Kniebeugen

  • Die Tiefe wird erzwungen, obwohl Fuß- oder Rumpfposition bereits instabil werden.
  • Die Knie verlieren unter Belastung ihre kontrollierte Ausrichtung.
  • Am tiefsten Punkt wird Körperspannung vollständig aufgegeben.
  • Die Tiefe wird höher bewertet als der für das Workout tatsächlich vorgeschriebene Bewegungsstandard.
  • Unter Ermüdung wird weiter in maximale Tiefe gearbeitet, obwohl die Bewegung deutlich unsauberer wird.

Die Inhalte dieses Glossars dienen der allgemeinen Information rund um Training, Functional Fitness, Ausdauer, Kraft und Regeneration. Sie ersetzen keine individuelle medizinische, physiotherapeutische oder ernährungsbezogene Beratung. Trainingsanforderungen, Bewegungsstandards und Wettkampfregeln können sich je nach Veranstaltung, Organisation und individuellem Leistungsstand unterscheiden und ändern. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheiten sollte fachlicher Rat eingeholt werden.